Ernten von der Hand in den Mund wie im Schlaraffenland. Das verspricht der Naschgarten. Zu jeder Jahreszeit verführt er zu lukullischen Genüssen. Jeder Baum, jeder Strauch, jede Staude ist als Obst, Gemüse, Gewürz oder Tee zu genießen.
Das Auge erfreut sich an einem Blütenmeer im Frühjahr, am Fruchtschmuck im Sommer und einem Feuerwerk an Farben im Herbst. Maulbeere und Marille flankieren den Eingang in das kleine Paradies. Kräuterduft umfängt die Nase. Am Bankerl unter der Pergola sind die Weintrauben in Greifweite. In der Erdbeerwiese wachsen Schwammerl auf Holzstümpfen.
Geschnittene Zwetschken- und Dirndlsträucher sowie schon als Jungbaum verkreuzte Stämmchen von Apfel und Birne werden zum essbaren Gartenzaun. Gartenkünstlerisches Geschick macht aus dem Blätterdach der Kirschen einen Pavillon, der von Maibeersträuchern umfangen ist. Mehrfachnutzen liefern auch die anderen Obstbäume. In ihrem Schatten wachsen würzige Wildkräuter wie Bärlauch und Scharbockskraut oder Teepflanzen wie Himmelschlüssel und Lungenkraut.
Pflegeleichte Blatt- und Wurzelstauden wie Topinambur und Knollenziest finden sich hier genauso wie essbare Blüten. Jene von Taglilien schmecken vorzüglich nussartig und machen jeden Salat zu einem farbenfrohen Fest.
DI Roland Gaber
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