Botanischer Garten

DIE GARTEN TULLN ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten. Zu ihren Aufgaben gehören damit entsprechend den Zielsetzungen dieser Kooperation: der Aufbau und Erhalt von Pflanzensammlungen, Erhaltungskulturen, Volksbildung, Forschung und Lehre.

BILDUNG
In Schulprogrammen, Seminaren von "Natur und Garten" sowie den täglichen Führungen um 10:30 Uhr (sonntags auch 13:30 Uhr) werden verschiedenste Zielgruppen angesprochen. Jeden dritten Sonntag im Monat bieten wir zusätzlich eine botanische Führung um 10:30 Uhr unter dem Motto „Geschichten aus dem Pflanzenreich“ an.

PFLANZENSAMMLUNGEN
Grundsätzliches Ziel der GARTEN TULLN ist es, ökologisch angelegte und gepflegte Schaugärten in ihrer ganzen Vielfalt zu zeigen. Damit entstand immer stärker der Wunsch mehr heimische Pflanzen und regionale Besonderheiten zu zeigen.

Das führte zu mehreren Schwerpunkten:

HEIMISCHE PFLANZEN

  • Die Wiesen- und Saumgesellschaften entlang des Nord- und des Südweges sollen zu regionaltypischen Blühwiesen mit heimischen Wiesenblumen werden. Durch die unterschiedlichen Gegebenheiten – von sonnig und trocken am Nordweg bis schattig am Südweg und feucht im Westteil des Südweges – ist Platz für eine Vielzahl von Arten von Pracht-Nelke und Sibirischer Schwertlilie bis zum Österreichischen Salbei und der Schwarzen Kuhschelle.
  • Auf der Auwaldinsel wurden nach den aufgrund des Eschentriebsterbens nötig gewordenen umfangreichen Fällungen Weich- und Hartholzauen der Donau nachgebildet. Eine Schau-Forstbaumschule soll helfen, den lokalen Genpool zu erhalten.
  • Eine Ausstellung am Festplatz zeigt niederösterreichische sowie österreichische Endemiten und Subendemiten (Pflanzen, die es weltweit nur in Niederösterreich gibt) sowie Besonderheiten der niederösterreichischen Flora.
  • Seit 2013 gibt es auf der GARTEN TULLN Erhaltungskulturen bedrohter Arten. Es handelt sich vorwiegend um niederösterreichische Arten.

GARTENARBORETUM

Das Arboretum im hinteren Teil der Anlage zeigt unterschiedliche Strauch- und Baumgehölze von kleingartentauglich bis großwüchsig. Gezeigt werden großteils Arten und Sorten abseits des Standardsortiments. Wichtig sind uns Gehölze mit Bedeutung für heimische Biodiversität, doch zeigen wir auch weniger wertvolle Arten mit ausschließlich Zierwert. Die ökologische Bewertung ist auf den Pfalnzentafeln jeweils angegeben.

SCHWERPUNKTE BILDEN:

  • herbstbunte und rindenzierende Gehölze
  • Gehölze mit ungewöhnlichen Blütezeiten
  • Immergrüne Gehölze
  • Ahorn
  • Hartriegel
  • Rautengewächse
  • Araliengewächse
  • Wildrosen

SUMPF- und WASSERPFLANZEN

  • Vorwiegend in den Teichen beim Restaurant zeigen wir unsere umfangreiche Sammlung.
  • Seerosen: Die etwa zehn großteils über hundert Jahre alten Seerosensorten wurden 2018 um über 50 alte und moderne Sorten auf über 60 erweitert. Jährlich sollen weitere hinzukommen. Im Sommer 2019 werden wir über 90 Arten und Sorten an See- und Teichrosen, ergänzt durch Lotos und Seekannen, zeigen können. Damit haben wir die größte Seerosensammlung Österreichs.
  • Sumpfschwertlilien: Im seichten Wasser wachsende Arten und Sorten der Gattung Iris bilden ebenfalls einen Schwerpunkt. Da Schwertlilien keine allzu raschen Wachser sind, werden die meisten 2018 gepflanzten Sorten erst 2020 blühen. Auch hier haben wir die größte Sammlung Österreichs.
  • Auch die größte Sammlung an Pfeilkräutern Österreichs ist bei uns zu finden.
  • Andere attraktiv blühende Teichpflanzen ergänzen die Sammlung.

DISTELN

  • Disteln sind ökologisch besonders wertvolle Pflanzen, die wir schon länger in einigen Arten besonders am Festplatz zeigen.
  • 2019 sind Disteln „Staude des Jahres“, was wir zum Anlass nehmen, die Sammlung zu erweitern.

NICHT INVASIVE SCHMETTERLINGSSTRÄUCHER und ALTERNATIVEN

  • Wir ersetzen mittelfristig im Sinne des Naturschutzes den invasiven Sommerflieder durch nicht invasive oder sterile Arten und Sorten.
  • Im Garten „Schmetterlinge im Bauch“ und im „Musterschulgarten“ zeigen wir diese sowie andere nektarreiche Pflanzen.